Die Strompreise in Deutschland sind so hoch wie in kaum einem anderen europäischen Land. Das wird sich wohl auch im Jahr 2018 nicht merklich ändern. Eine Preissenkung ist nicht zu erwarten, stattdessen könnten die Preise stagnieren oder leicht ansteigen – und das, obwohl die Ökostromumlage leicht sinkt.

Strompreise 2018 – Das ist die Prognose

Die Strompreise in Deutschland werden wohl auch im Jahr 2018 weiter hoch bleiben. Zwar soll die Ökostromumlage, auch bekannt als EEG-Umlage, von 6,88 Cent pro Kilowattstunde im Vorjahr leicht auf 6,79 Cent pro Kilowattstunde sinken. Laut einer Prognose des ThinkTanks Agora Energiewende könnte die Umlage im Jahr 2019 allerdings auf 7,5 Cent/kWh steigen. Die EEG-Umlage macht zwischen einem Viertel und einem Fünftel des Strompreises aus. Mit der Umlage wird der Ausbau von erneuerbaren Energien finanziert.

An den Strombörsen sinken die Großhandelspreise für die Energieversorgung. Das geben die meisten Energieversorger jedoch nicht oder nur marginal an die Verbraucher weiter. Das hängt auch mit steigenden Kosten für die Nutzung der Stromnetze zusammen. Viele Unternehmen geben diese Entwicklung an ihre Kunden weiter. Die Kosten für die Nutzung des Stromnetzes machen ebenfalls rund ein Viertel der Gesamtkosten aus.




Viele Stromversorger haben für das Jahr 2018 Preissteigerungen angekündigt. Diese könnten für Privatverbraucher bis zu 30 Euro pro Jahr ausmachen.

Stromkosten für Haus und Wohnung

Private Verbraucher müssen für eine Kilowattstunde Strom knapp 30 Cent bezahlen. Im Jahr 2016 waren es in Deutschland durchschnittlich 28,7 Cent pro Kopf. Wie teuer der Strom tatsächlich ist, hängt jedoch auch vom Wohnort ab. Im Osten Deutschlands sowie in ländlichen Regionen ist dieser tendenziell teurer als in Großstädten und im Westen.

Der durchschnittliche Stromverbrauch pro Person liegt bei 1800 Kilowattstunden im Jahr. Wird Warmwasser per Durchlauferhitzer erwärmt, erhöht sich der durchschnittliche Verbrauch für einen Ein-Personen-Haushalt auf 2500 kWh. Für einen Zwei-Personen-Haushalt, der im Jahr 2700 kWh verbraucht, liegt der Strompreis jährlich bei etwa 650 Euro.

Lohnt sich ein Kostenvergleich?

Ein Kostenvergleich beim Strompreis lohnt sich. Je nach Anbieter können hier erhebliche Kosten gespart werden. Auf Vergleichsportalen im Internet können die unterschiedlichen Preise leicht verglichen werden.

Sparen durch den Wechsel des Stromversorgers

Grundversorger sind häufig die teuersten Stromanbieter. Es kann deshalb sinnvoll sein, zu einem alternativen Anbieter zu wechseln. Die Stromversorgung ist dabei nicht in Gefahr. Manchmal lohnt es sich auch, einen alternativen Tarif des bisherigen Versorgers zu wählen, mit dem gespart werden kann. Geachtet werden sollte nicht nur auf den reinen Kilowattpreis für Strom, sondern auch auf Modalitäten wie die Vertragslaufzeit und spezielle Abnahme-Pakete. Viele Anbieter gewähren zudem einen Bonus für Neukunden, der oft ein Jahr lang greift.




Nach einer Erhöhung des Strompreises haben Privatkunden ein Sonderkündigungsrecht. Stromversorger sind gesetzlich verpflichtet, ihre Kunden über einen Preisanstieg zu informieren. Hier gilt es, schnell zu handeln und eine formlose schriftliche Kündigung zu verfassen. Meist haben Stromkunden zwei Wochen Zeit für eine solche außerordentliche Kündigung.

Sparen durch energieeffizientes Handeln

Ein großes Sparpotenzial liegt jedoch auch im Handeln jedes Einzelnen. So können etwa nicht benötigte Geräte ausgeschaltet oder vom Strom getrennt werden oder diese nicht unnötig lange verwendet werden. Ganz besonders hohes Spar-Potenzial ist mit modernen Geräten verbunden, die wenig Energie verbrauchen. Geräte wie Kühlschränke, Trockner oder Fernseher sind mit dem EU-Energielabel ausgestattet. Darauf ist erkennbar, wie energieeffizient diese Geräte betrieben werden können. A+++ ist die bestmögliche Wertung, D die schlechteste.

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